Eigene Beobachtungen Stand 01. Juli 2005
in NWM (Astrid Oldenburg):
Seit ca. 2 Wochen beobachte ich in einigen Beständen der Sorten
Naomi und Lomerit ein starkes Auftreten von Ramularia collo-cygni
("Sprenkelkrankheit"), einer neuen Pilzkrankheit, die
erst seit Mitte der Neunziger Jahre bekannt ist und bisher in Mecklenburg-Vorpommern
noch keine Rolle gespielt hat. Sie trat bisher hauptsächlich
in Mittel- und Süddeutschland sowie Österreich auf. Es
ist das erste Mal, dass diese Krankheit auch bei uns im Norden in
wirtschaftlich bedeutendem Umfang auftritt.
Der Pilz zeigt sich erst nach dem Ährenschieben mit ersten
schokoladenbraunen "Sprenkeln", die meist einen gelben
Hof haben, auf den unteren Blättern und gilt als Schwächeparasit.
Diese Blattflecken können sich aber je nach Witterung sehr
schnell ausbreiten und den gesamten Blattapparat innerhalb von zwei
Wochen zum Absterben bringen. Der Pilz befällt dann auch Ähren
und Grannen der Gerste. Er bildet Toxine, die die Vergilbungen rund
um die Flecken verursachen. Je nach Befallszeitpunkt und -stärke
kann sich Ramulariabefall negativ auf Ertrag und Kornqualität
auswirken.
In Nordwestmecklenburg tritt die Krankheit bisher überwiegend
in der Küstenregion auf. Ich konnte bisher auf fünf Gerstenschlägen
starken Ramulariabefall feststellen. Der Pilz ist mit vollen Aufwandmengen
Fandango und Opera ,InputSet und Amistar Opti im Stadium 39/49 gut
bekämpfbar. Verringerte Aufwandmengen reichen in diesem Stadium
aufgrund des späten Befallszeitpunktes nicht aus.
Beim Befall mit Ramularia gibt es durchaus Unterschiede zwischen
den einzelnen Sorten. Wie ich bisher beobachten konnte, scheint
von den bei uns im Anbau befindlichen Sorten vor allem die Sorte
NAOMI, aber auch die LOMERIT sehr anfällig zu sein -während
ich bei einer MERLOT, die unter gleichen Bedingungen neben einer
stark befallenen NAOMI stand, kaum Befall feststellen konnte. |